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Sparkasse Bremen: Vielfältiger Wandel in Sachen Ausbildung

03.09.2020 15:14

Jedes Jahr werden rund 35 junge Menschen in verschiedenen Berufen ausgebildet. Ausbildung sah vor einigen Jahrzehnten noch grundlegend anders aus

Rasante gesellschaftliche, wirtschaftliche und technologische Entwicklungen bestimmen seit Jahrzehnten die Bankenwelt. Kay Noffke, heute Privatkundenberater Vermögensmanagement in der Stadtteilfiliale Horn-Lehe, begann am 1.8.1986 seine Ausbildung bei der Sparkasse Bremen. „Die Finanzbranche heute, ist mit der damals kaum noch zu vergleichen“, weiß Noffke. Themen wie Digitalisierung, die Chancen des Vermittlergeschäftes und immer innovativere Filialstrukturen, waren damals noch unbekannt. Drei Beispiele für gravierende Veränderungen, die sich auch auf die Nachwuchs- und Ausbildungsbereiche auswirken.


Im Zeichen der Zeit: Viel händische Arbeit


Bis in die 1980er Jahre wurde viel Wert daraufgelegt, dass Auszubildende gut rechnen können und über eine saubere Handschrift verfügen. Vieles wurde mit der Hand geschrieben und gerechnet, ohne Computer oder Taschenrechner. Jeder Vorgang wurde beleghaft dokumentiert und aufbewahrt. Ein „einwandfreier“ Charakter, Diskretion und Zuverlässigkeit waren im Auswahlverfahren entscheidende Kriterien.

„Damals stand Bargeld im Vordergrund und Überweisungen wurden schriftlich eingereicht. Die Kontoauszüge der Kundinnen und Kunden wurden in Sortierkästen für die Abholung bereitgelegt. Schnell kannte man alle dazugehörigen Gesichter“, erinnert sich Kay Noffke.
Während der 1980er Jahre wurden schließlich die ersten Geldautomaten und Kontoauszugsdrucker in den Filialen aufgestellt. Immer mehr Unternehmens- und Kundenprozesse konnten digitalisiert werden.

Rasante digitale Entwicklungen

Prozesse, und parallel dazu die Technologien, haben sich rasant weiterentwickelt. Kontoauszüge gelangen heute über die Sparkassen App in elektronische Postfächer, Überweisungen sind binnen weniger Sekunden beim Zahlungsempfänger und beim Bezahlen wird an der Kasse immer häufiger das Smartphone statt der Geldbörse gezückt. „Diese Szenarien kannten wir damals nur aus dem Kinofilm „Zurück in die Zukunft“. Es war unvorstellbar und somit kein Thema“, sagt Kay Noffke. Die berühmte Science-Fiction-Filmkomödie lockte ab 1985 viele Menschen in die Kinos.

Heute braucht es ein Verständnis für digitale Vertriebskanäle wie das Online Banking oder den Service-Chat. Kommunikationstalent und Flexibilität sind für die Arbeit von großer Bedeutung.


Neue Ausbildungsberufe und mehr Verantwortung

Das vielfältige Knowhow wird zukunftsorientiert und konsequent weiter ausgebaut. Unterstrichen wird diese Ausrichtung mit neuen Ausbildungsberufen. In den vergangenen Jahren wurde das Ausbildungsangebot bereits Stück für Stück erweitert. Zusätzlich zur klassischen Laufbahn der Bankkaufleute, werden jetzt auch Kaufleute für Dialogmarketing, Büromanagement, E-Commerce und Digitalisierungsmanagement ausgebildet. Letztere beschäftigen sich schwerpunktmäßig mit der digitalen Weiterentwicklung bestehender Geschäftsmo-delle und -prozesse. Ein Ziel ist es, Prozesse so papierarm wie möglich abzubilden.


„Anders als früher werden die Auszubildenden vom ersten Tag an in den Teams integriert. Sie arbeiten an Projekten, treffen eigenständig Entscheidungen und übernehmen somit Verantwortung“, sagt Silke Klegin, die seit mehr als 20 Jahren als Ausbilderin in der Personalentwicklung des Unternehmens tätig ist.

Digitales Lernen: Vom Füller zum Apple Pen

iPhone und iPad gehören längst zur technischen Grundausstattung der Auszubildenden. Lehrbücher sind digitalisiert, Vorträge finden auf einer Leinwand statt und Notizen werden mit einem Stift gemacht, bei dem statt einem Wechsel der Tintenpatrone der Akku aufgeladen wird. Besonders die vielfältigen Möglichkeiten des digitalen Lernens werden aktuell erkannt. Auszubildende können sich von überall aus einloggen, ungestört verschiedene Inhalte erarbeiten und Übungen im individuellen Tempo und Level durchführen. Der neue Hauptsitz im Technologiepark, aber auch die Stadtteilfilialen, schaffen mit ihrer technischen Ausstattung die optimalen Voraussetzungen für digitales, vernetztes und agiles Lernen und Arbeiten.


Herkunftsvielfalt als große Chance

Hauptsächlich kamen die Auszubildenden in den 1980er Jahren gebürtig aus Bremen oder dem Umland. Eine Anfahrt aus dem 65 Kilometer entfernten Bremerhaven galt schon als etwas Besonderes.
Heute sprudelt es in den Jahrgängen vor Herkunftsvielfalt. Viele der Auszubildenden haben beispielsweise Wurzeln in Brasilien, Syrien, Afghanistan oder im Iran. Jalal Suffo, gebürtiger Syrer, lernte die Sparkasse Bremen über ein klassisches Praktikum kennen. Als Geflüchteter, erhielt er die Chance, ein Einstiegsqualifikationsjahr zu durchlaufen. Er erweiterte unermüdlich seine Deutschkenntnisse und wurde an die Ausbildungsinhalte herangeführt. Nun ist auch er Teil des Ausbildungsjahrgangs 2020 und hat eine dreijährige Berufsausbildung zum Bankkaufmann vor sich.


Ausbildung 2021: Speed-Recruiting

Kay Noffke erinnert sich noch gut an sein Bewerbungsgespräch: „Es herrschte damals noch eine sehr strenge Atmosphäre. Es war sehr wichtig, dass Anzug und Krawatte gut saßen“.

Heute finden diese, auch Corona-bedingt, immer öfter via Videokonferenz statt. Neben den klassischen Bewerbungsgesprächen gibt es seit 2018 außerdem ein Auswahlverfahren, bei dem sich potenzielle Auszubildende zu einem „Speed Recruiting“ in den Stadtteilfilialen anmelden können. Empfangen werden sie dort von Auszubildenden der vorherigen Jahrgänge. Die Wartezeit wird mit kühlen Softdrinks, einem Tischkicker und Musik verkürzt. Das sich anschließende Bewerbungsgespräch findet in angenehmer Atmosphäre statt. Auch bei der Bekleidung geht es heute lockerer zu. Statt mit Anzug und Krawatte, würde Kay Noffke heute wahrscheinlich mit einer gepflegten Chinohose, Hemd und Jackett erscheinen. Das nächste „Speed Recruiting“ findet am 30.9.2020 in der Stadtteilfiliale Lesum, Hindenburgstraße 67/67A, 28717 Bremen statt.

Auch, wenn sich über die Jahrzehnte vieles verändert hat, so ist eines doch gleichgeblieben: Zum 1. August und 1. September eines jeden Jahres bekommen die jungen Leute Herzklopfen und sind gespannt darauf, was das Berufsleben für sie bereithält.

 Bild: Im „#Fairgleichen-Store“ im Weserpark Bremen arbeiten ausschließlich Auszubildende. Das Foto zeigt Auszubildende aus drei Jahrgängen zusammen mit Vorstandsmitglied Thomas Fürst vor der Corona-Pandemie (rechts im Bild).

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Mit einer Bilanzsumme von mehr als 12 Milliarden Euro, rund 1.190 Mitarbeitern und rund 80 Standorten ist die Sparkasse Bremen Marktführer für Finanzdienstleistungen in der Hansestadt. Als Freie Sparkasse 1825 von Bremer Bürgern gegründet, zählt sie zu den größten deutschen Sparkassen. Sie ist ein starker Partner des Mittelstands und begleitet unternehmerisches Wachstum mit Branchenexpertise und Kompetenz vor Ort. Das exklusive Private Banking beinhaltet eine professionelle Vermögensverwaltung sowie ein Stiftungs- und Generationenmanagement. Ihren Privatkunden bietet die Sparkasse Bremen mehrfach ausgezeichnete Beratungsleistungen rund ums Sparen und Finanzieren sowie zu Vorsorge- und Immobilienthemen.


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