Das neue ROV wird von der Fir­ma Schil­ling Ro­bo­tics ge­lie­fert. Der Typ wird dann am MARUM auf­ge­rüs­tet. Foto: Schil­ling Ro­bo­tics

Neu­er Tauch­ro­bo­ter für die Bre­mer Tief­see­for­schung und Um­welt­be­ob­ach­tung

11.04.2022 08:18

Das MARUM – Zen­trum für Ma­ri­ne Um­welt­wis­sen­schaf­ten der Uni­ver­si­tät Bre­men be­kommt ei­nen neu­en fern­ge­steu­er­ten Tauch­ro­bo­ter (Re­mo­te­ly Ope­ra­ted Ve­hi­cle – kurz ROV). Das neue Sys­tem ver­fügt über eine hö­he­re Leis­tung als das bis­her ein­ge­setz­te ROV MARUM-QUEST. Das be­deu­tet, dass mit dem Tauch­ro­bo­ter zum Bei­spiel Ob­ser­va­to­ri­en an den Oze­an­bo­den trans­por­tiert und Un­ter­su­chun­gen in ei­ner Was­ser­tie­fe von bis zu 5.000 Me­ter vor­ge­nom­men wer­den kön­nen.

Das ROV er­setzt den ak­tu­el­len Tauch­ro­bo­ter MARUM-QUEST. Das Mee­res­tech­nik-Team des MARUM hat das ROV in knapp 20 Jah­ren kon­ti­nu­ier­lich wei­ter­ent­wi­ckelt, um den An­for­de­run­gen der Wis­sen­schaft zu ent­spre­chen. So wur­den etwa hoch­auf­lö­sen­de Ka­me­ra­sys­te­me ent­wi­ckelt, um Auf­nah­men im 4k-For­mat oder als Ste­reo­bil­der aus der Tief­see zu er­mög­li­chen. Eine Viel­zahl von Pro­be­nah­me- und Mess­ge­rä­ten wur­de in ver­schie­de­nen wis­sen­schaft­li­chen Ar­beits­grup­pen spe­zi­ell für den Ein­satz auf dem Tauch­ro­bo­ter ent­wi­ckelt. Au­ßer­dem kön­nen For­schen­de an Land durch die so ge­nann­te Te­le­prä­senz Tauch­gän­ge in Echt­zeit ver­fol­gen.

MARUM-Quest und der neue Tauch­ro­bo­ter sind kom­pa­ti­bel, so dass ein­zel­ne Kom­po­nen­ten – zum Bei­spiel die Te­le­me­trie­an­la­ge und alle spe­zi­el­len wis­sen­schaft­li­chen Nutz­las­ten– wei­ter mit dem neu­en ROV ein­ge­setzt wer­den kön­nen.

Ge­lie­fert wird das ROV im kom­men­den Jahr von der Fir­ma Schil­ling in den USA. Nach ei­ner Um­bau- und Auf­rüst­pha­se soll es 2024 zum ers­ten Mal für die Wis­sen­schaft ein­ge­setzt wer­den. Bis da­hin wird MARUM-QUEST in Be­trieb ge­hal­ten.

Die Kos­ten für den neu­en Tauch­ro­bo­ter in­klu­si­ve Ver­sor­gungs­ka­bel und Win­de be­tra­gen etwa 4,5 Mil­lio­nen Euro und wer­den je zur Hälf­te vom Bund und dem Land Bre­men be­reit­ge­stellt.